Darüber muss man reden. Besonders mit Jugendlichen, die sich ihre Meinung bilden und Persönlichkeit ausprägen wollen. Dazu dienen an der CSH die so genannten MoMoS, die monatlich stattfindenden Morgenandachten, in der verschiedene Themen angegangen werden. Über Mensch und Gott wird geredet, über die Liebe und darüber, wie man Beziehungen aufbaut.
Eigens dazu wurde Chris Pahl, Jugendreferent aus Leipzig eingeladen. Er war bereit, über seine Geschichte zu sprechen und tat es ohne Anbiederei und ohne die Grenzen der Scham zu verletzen. Der gelernte Kameramann berichtete, dass in seiner Familie nicht über Sex gesprochen wurde, und dass es auch deshalb irgendwann für ihn ein „Riesenthema" wurde.
Zwar habe er BRAVO gelesen, aber allzu viel Infos habe er darüber nicht erhalten. Irgendwann begann er, Pornofilme anzuschauen, wohl wissend, dass es „nicht gut für sein Herz" war.
Neben seiner persönlichen Geschichte wurden die Schüler aus Klasse 8 - 10 über Fakten aus der Pornoindustrie informiert. Bereits mit 12 Jahren beginnen Kinder, sich Pornofilme anzusehen. Das Geschäft mit dem Sex setzt in Deutschland 40 Mio. € pro Jahr, soviel wie bei ALDI um. 42% der Partner verunsichert es enorm, wenn ihr Mann oder ihre Frau sich Pornofilme reinziehen.
Chris Pahl forderte seine jugendlichen Zuhörer heraus, indem er sie in Gruppen reflektieren ließ. Stehen Frauen eigentlich auf Machos? Wie beeinflusst Pornographie die Art und Weise, wie wir über Frauen denken? Wie beeinflusst es unsere Freizeit und unsere Freundschaften?
Was kann man tun, wenn man pornosüchtig geworden ist? Die Schülerinnen und Schüler ließen sich ein und nahmen so manch wichtigen Gedanken mit. Vor allem den, dass hinter einer Sucht eine große Sehnsucht steckt. Vielleicht ist es die nach Gott oder jemandem, der einen ohne Wenn und Aber liebt. (geb)